Wer mehrere Stunden in einer fremden Wohnung arbeitet, muss früher oder später aufs «Hüsli». Trotzdem ist der Zugang zum privaten WC offenbar nicht überall selbstverständlich. Wir haben auf Reddit gefragt, wie Nutzerinnen und Nutzer damit umgehen und welche Erfahrungen Handwerkerinnen und Handwerker gemacht haben.

«Der Mindestanspruch einer zivilen Gesellschaft»

Für viele Diskussionsteilnehmende gehört es zum respektvollen Umgang, Handwerkerinnen und Handwerkern die Toilette zur Verfügung zu stellen. «Wie respektlos wäre es, wenn ich ihnen dieses Grundbedürfnis verwehren würde?», schreibt eine Person. Selbstverständlich dürften sie die Toilette benutzen und Wasser sowie Strom beziehen.

Ein anderer Nutzer sieht es ähnlich: «Anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ist der Mindestanspruch einer zivilen Gesellschaft.» Handwerker würden meistens vorher fragen, ob sie das WC benutzen dürfen. Wer nicht frage, bekomme es ungefragt gezeigt.

Einige bieten Handwerkerinnen und Handwerkern mehr als nur den Zugang zur Toilette. Eine Person berichtet von verschiedenen Handwerkern, die während längerer Zeit im Haus arbeiteten: «Sie durften selbstverständlich das Bad benutzen, bekamen Kaffee und Wasser und durften an unserem Tisch essen.» Die Handwerker hätten erzählt, dass sie bei vielen Kundinnen und Kunden das WC nicht benutzen dürften.

Partnerinhalte
 
 
 
 

Schlechte Erfahrungen

Nicht alle öffnen ihre Badezimmertür indes ohne Bedenken. Eine Stimme aus der Diskussion erlaubt Handwerkern zwar, die Toilette zu benutzen, ist aber froh, wenn sie darauf verzichten. Grund dafür sind schlechte Erfahrungen: Urin auf dem Boden und Verschmutzungen in der WC-Schüssel. «Man sollte meinen, erwachsene Menschen könnten ein WC benutzen, ohne es zu verwüsten. Das ist aber leider nicht immer der Fall.»

Eine andere Person erlaubt die WC-Nutzung nur noch dem Elektriker, der «sozusagen zur Familie» gehöre. Frühere Handwerker hätten das Badezimmer in einem schlechten Zustand hinterlassen. Für zusätzlichen Ärger sorgte, dass Handwerker nach der Mittagspause zu spät gekommen seien und anschliessend direkt nach der Toilette gefragt hätten. Eine weitere Person lässt die Nutzung von WC, Kühlschrank und Wasser grundsätzlich zu, allerdings unter einer Bedingung: Falls man nicht alles sauber hinterlasse, werde dieses «Privileg» entzogen und der Arbeitgeber informiert.

Beratung mit Chatbot

Bei grösseren Umbauten braucht es eine andere Lösung

Wie viel Zugang möglich ist, hängt auch vom Umfang der Arbeiten ab. Bei einem gewöhnlichen Handwerkereinsatz von wenigen Minuten, Stunden oder einigen Tagen sei es «absolut selbstverständlich», dass die Toilette benutzt werden dürfe, schreibt eine Person. Anders sei es bei einem grösseren Umbau: «Da waren teilweise mehr als zehn Leute vor Ort.»

Obwohl noch ein Bad funktionierte, wollte die Person dieses für sich behalten. «Das Geläufe im bewohnten Teil hätte ich eher als störend empfunden.» Zudem sei es unangenehm, «die Wohnung zehn Stunden am Tag für alle zugänglich offen zu lassen», insbesondere während der eigenen Abwesenheit. Für einen derart grossen Umbau sei ein Baustellen-WC üblich und deshalb von Anfang an eingeplant gewesen.

Wie sehen Sie das?

Dürfen Handwerkerinnen und Handwerker bei Ihnen selbstverständlich die Toilette benutzen? Haben Sie schon schlechte Erfahrungen gemacht, oder wurde Ihnen als Handwerkerin oder Handwerker der Zugang zum WC verweigert? Erzählen Sie uns davon und diskutieren Sie mit.