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Geld- und GlücksspieleWas ist erlaubt, was verboten?

Die Vorschriften für Spiele mit Geldeinsatz wurden teilweise gelockert. Vor allem online ist mehr erlaubt.

Sind private Pokerturniere im neuen Geldspielgesetz erlaubt?
Von aktualisiert am 08. Mai 2019

Wenn mal wieder Fussball-WM Fussball-WM So kommen Sie spielend über die Runden ist, wollen plötzlich alle mitwetten. Kein Wunder: Da ist so viel Glück im Spiel, dass auch diejenigen eine reelle Gewinnchance haben, die von Fussball gar nichts verstehen. Und die Freude bei den Laien ist gross, wenn sie Profifussballfans übertrumpfen.

Auch das Pokern erfreut sich grosser Beliebtheit. Im Internet findet man noch nachts um vier einen virtuellen Tisch mit freudigen Mitspielern.

Bloss: Darf man überhaupt mitspielen? Am 1. Januar 2019 ist das neue Geldspielgesetz Geldspielgesetz Knacknuss freies Internet in Kraft getreten. Es fasst das bisherige Spielbanken- und Lotteriegesetz zusammen – und bringt einige Änderungen.

Online-Glücksspiele von Schweizer Casinos

Neu sind Online-Geldspiele wie Poker, Blackjack und Roulette erlaubt – vorausgesetzt, Schweizer Casinos bieten sie an. Die Spielbanken können dafür eine erweiterte Konzession beantragen. Im Moment laufen die Bewilligungsverfahren, die ersten Online-Spielbankenspiele werden voraussichtlich ab Juli 2019 verfügbar sein.

Nicht bewilligte Spiele werden gesperrt und durch eine Stopp-Seite gekennzeichnet. Die Eidgenössische Spielbankenkommission veröffentlicht zudem auf ihrer Website eine Liste der gesperrten Spiele.

Online-Sportwetten

Welche Mannschaft schiesst das nächste Tor? Wie viele Goals wird es bis zum Abpfiff noch geben? Neu werden Swisslos und die Loterie Romande Livewetten anbieten, die auch bei laufendem Spiel noch getätigt werden können. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf Pferderennen in anderen Ländern zu wetten. Die Lotteriegesellschaften arbeiten dafür mit der französischen Wettgesellschaft PMU zusammen.

Wer bei einem Online-Geldspiel teilnehmen will, braucht ein Spielerkonto beim Veranstalter. Dafür muss man volljährig sein, die Personalien angeben und die Identität nachweisen.

Wer bei unbewilligten Online-Wetten mitspielt, macht sich zwar nicht strafbar. Er riskiert jedoch, seinen Einsatz zu verlieren, etwa wenn die betreffende Website plötzlich offline geht. Oder falls die Behörden den Einsatz einziehen, wenn gegen einen illegal operierenden Veranstalter ein Strafverfahren eröffnet wird.

Auch sonst ist die Teilnahme an solchen Spielen nicht zu empfehlen. Man riskiert zum Beispiel, dass ein unseriöser Veranstalter die persönlichen Daten missbraucht Datenschutzverletzung Ist das ein Verstoss gegen das Gesetz? – inklusive Kreditkartenangaben.

Geldspiele im kleineren Kreis

Während einer Fussball-EM oder -WM wird im Büro, unter Freunden, aber auch in grösserem Rahmen gewettet. Dabei gilt: Solange der Organisator mit den Einnahmen nur die Unkosten deckt und den Rest des Jackpots unter den Teilnehmern verteilt, sind Wettspiele kein Problem. Private Wetten und Spiele im Familien- und Bekanntenkreis muss man nicht bewilligen lassen. Allerdings darf nicht viel Geld im Spiel sein. Die Gewinne müssen tief sein, den Teilnehmenden dürfen über ihren Einsatz hinaus keine Kosten entstehen. Zudem dürfen nicht zu viele mitspielen.

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Merkblatt «Geldspiele» bei Guider, der digitalen Rechtsberatung des Beobachters

Wie soll man reagieren, wenn man von einer ausländischen Lotteriegesellschaft angeworben wird? Macht man sich mit der Teilnahme strafbar? Und wie funktionieren eigentlich Tippgemeinschaften? Mitglieder von Guider sowie Beobachter-Abonnenten erhalten im Merkblatt «Geldspiele» weitere Tipps.

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Casinospiele

In der Schweiz dürfen nur konzessionierte Spielbanken Glücksspiele wie Roulette, Blackjack und Geldspielautomaten anbieten. Derzeit gibt es hierzulande 21 Casinos.

Jeder, der selber ein Glücksspiel im Stil eines Casinos organisiert, macht sich strafbar. Teilnehmer müssen bei einem Strafverfahren gegen den Organisator damit rechnen, dass sie ihren Einsatz verlieren. Bestraft werden sie nicht.

Pokerturniere

Das Bundesgericht hatte 2010 entschieden, dass ausserhalb von Casinos keine Pokerturniere stattfinden dürfen. Im neuen Geldspielgesetz sind nun kleine Turniere mit kantonaler Bewilligung wieder erlaubt. Das Startgeld pro Spieler darf maximal 200 Franken betragen, und die Summe aller Startgelder darf 20'000 Franken nicht übersteigen.

Kleinlotterien

Kleinlotterien benötigen in der Regel eine kantonale Bewilligung. Sie dürfen weder interkantonal noch automatisiert durchgeführt werden. Einsätze und Gewinnmöglichkeiten sind begrenzt. Zu dieser Kategorie gehören auch die Vereinstombolas. Ausschliesslich Sachpreise dürfen zu gewinnen sein, die Summe aller Einsätze darf maximal 50'000 Franken betragen. In einigen Kantonen darf man Tombolas ohne Bewilligung durchführen.

Verkaufsförderungsspiele (Wettbewerbe)

Spiele, mit denen ein Unternehmen seine Verkäufe ankurbeln und Kunden binden will, brauchen keine Bewilligung. Denn das Geldspielgesetz gilt für sie in der Regel nicht.

Bei kostenpflichtigen Gewinnspielen dieser Art sollte man vorsichtig sein Betrug So werden Sie Ihr Geld los . Es ist nicht sicher, dass es eine faire Gewinnchance gibt. Solche Spiele können zudem die Merkmale einer Lotterie oder eines Geschicklichkeitsspiels aufweisen und damit illegal sein.

Und welche Gewinne muss man versteuern?

Gewinne aus Spielen in Schweizer Casinos waren bereits bisher steuerfrei. Bis zu einer Million Franken sind das neu auch Gewinne aus Online-Spielbankenspielen, sofern diese in der Schweiz zugelassen sind, ebenso aus Grossspielen wie Lotto, Euromillions, Sportwetten und Geschicklichkeitsspielen wie etwa Online-Jass, wenn sie über Schweizer Anbieter laufen.

Was über einen Gewinn von einer Million Franken hinausgeht, muss anteilsmässig versteuert werden. Vollumfänglich steuerfrei sind Gewinne aus zugelassenen Kleinspielen wie etwa Kleinlotterien, Tombolas und Sportwetten, die nicht automatisiert, nicht online und nicht interkantonal durchgeführt werden.

Gewinne aus Lotterien und Geschicklichkeitsspielen von Firmen sind bis zu 1000 Franken steuerfrei, darüber werden sie besteuert. Das gilt auch für Sachpreise wie etwa ein Rollschinkli oder ein Auto. Gewinne aus ausländischen Spielen müssen ebenfalls versteuert werden.

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Matthias Pflume, Textchef Digital

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