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Geld- und GlücksspieleWas ist erlaubt, was verboten?

Riskiert man beim Spielen um Geld immer auch eine Busse? Was erlaubt ist, hängt vor allem davon ab, ob mehr Glück oder mehr Geschicklichkeit im Spiel ist – und ob man Veranstalter oder nur Teilnehmer ist.

Wer pokert, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, macht sich strafbar.
von aktualisiert am 03. April 2018

Wenn im Sport ein Grossereignis bevorsteht, wie etwa die Fussball-Weltmeisterschaft oder die Olympiade, dann bricht in der Schweiz das Wettfieber aus. Wer Geld auf den Ausgang einer Begegnung setzt, macht den Match zum persönlichen Happening und steigert die eigene Spannung. Kein Wunder also, ist die Sportwette beliebter denn je.

Aber nicht nur Wetten sind im Trend: Auch das Pokerspiel – sei es im Internet oder bei Turnieren – erfreut sich grosser Beliebtheit. Dabei ist vielen «Gamblern» weitgehend unbekannt. In welchen Fällen ist es erlaubt, um Geld zu spielen? Und wann ist es verboten, solche Spiele oder Turniere zu veranstalten?

Sportwetten

Während der Fussball-WM wird überall gewettet – im Büro, unter Freunden, aber auch an grösseren Veranstaltungen, wo die Spiele übertragen werden. Solange der Organisator mit den Einnahmen nur seine Unkosten deckt und den Rest des Jackpots unter die Wettteilnehmer verteilt, ist das alles kein Problem.

Wer aber Wetten gewerbsmässig organisiert, also einen Teil der Wetteinnahmen für seinen Lebensunterhalt verwendet, macht sich strafbar. Nur in Ausnahmefällen bewilligen die zuständigen kantonalen Stellen gewerbsmässige Wettanlässe. Bekannteste Beispiele sind die jährlich stattfindenden Pferderennen in St. Moritz, Dielsdorf und Aarau.

Dagegen ist es unproblematisch, als Teilnehmer bei einer illegalen Wette mitzuspielen. Denn im Gegensatz zum Wettveranstalter muss der Wettende nicht mit einem Strafverfahren rechnen Strafprozessordnung Was für Beschuldigte und Opfer gilt , jedoch damit, dass die Behörde seinen Einsatz einzieht. Das Risiko, dass er seinen Wetteinsatz nicht zurückbekommt, geht er allerdings ohnehin ein.

Online-Glücksspiele

In der Schweiz ist es verboten, eine Online-Plattform zu betreiben, die Glücksspiele anbietet, unabhängig davon, ob es sich dabei um ein Kasino-, Wett- oder Pokerportal handelt. Nur die Lotteriegesellschaften Swisslos und Loterie Romande dürfen übers Internet entsprechende Spiele und Wetten anbieten.

Wer also sonst gewerbsmässig ein Online-Glücksspiel-Portal betreibt, macht sich strafbar und muss mit einer Busse von bis zu 500'000 Franken rechnen. Wer eine Spielbank errichtet, kann sogar bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Busse bis zu einer Million Franken kassieren.

Erlaubt ist es, gelegentlich auf ausländischen Webseiten um Geld zu wetten und zu spielen. Wer jedoch gewerbsmässig «gambelt», also mit den Einnahmen seinen Lebensunterhalt bestreitet, kommt mit dem Gesetz in Konflikt und muss mit einer Haftstrafe oder Busse rechnen.

Kasinospiele

In der Schweiz dürfen nur konzessionierte Spielbanken Glücksspiele wie Roulette, Black Jack oder Geldspielautomaten anbieten. Derzeit gibt es 21 solche Kasinos in der Schweiz.

Jeder, der auf eigene Faust im Stil eines Kasinos ein Glücksspiel organisiert, macht sich strafbar. Auch hier gilt wie beim Wetten: Wer an einem illegalen Glücksspiel nur teilnimmt, muss im Fall eines Strafverfahrens gegen den Organisator damit rechnen, dass er seinen Spieleinsatz verliert. Er wird jedoch nicht bestraft.

Geschicklichkeitsspiele

Das Glücksspiel ist ausserhalb der Kasinos verboten, nicht aber das Geschicklichkeitsspiel. Doch was ist der Unterschied? Während beim reinen Glücksspiel der Gewinn allein vom Zufall abhängt, kann der Teilnehmer an einem Geschicklichkeitsspiel überwiegend oder zumindest zu einem grossen Teil selber auf den Spielausgang Einfluss nehmen. Bei Geschicklichkeitsspielen darf bedenkenlos um Geldeinsätze gespielt werden. Schach ist vielleicht das bekannteste Spiel, das eindeutig als Geschicklichkeitsspiel gilt.

Aus für Poker-Turniere

Das Bundesgericht hat in einem am 2. Juni 2010 veröffentlichten Urteil entschieden, dass ausserhalb von Spielkasinos keine Pokerturniere mehr stattfinden dürfen. Private Pokerturnierveranstalter müssen damit ihren Spielbetrieb künftig einstellen.

Das Bundesgericht stellt sich damit klar gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und auch gegen die Spielbankenkommission, welche das «Texas Hold’em»-Pokerspiel als Geschicklichkeitsspiel eingestuft hatten. Das Bundesgericht hielt fest, dass es nicht belegbar sei, dass bei vorliegendem Pokerspiel die Geschicklichkeitselemente die Zufallselemente des Spieles überwiegen. Ausserdem befürchtete das Bundesgericht durch die Legalisierung der Pokerturniere eine unkontrollierte Marktöffnung für private Anbieter, welche durch das Spielbankengesetz gerade verhindert werden sollte. Dasselbe Urteil stellt auch fest, dass Pokerturniere im Familien- und Freundeskreis auch mit Geldeinsatz zulässig seien. Mitteilung des Bundesgerichts (PDF, 68 kb)

Jassen

Gut jassen ist kein Kinderspiel. Wer die ungeschriebenen Regeln nicht befolgt und sich die Karten, die «gegangen» und «Bock» sind, nicht merken kann, wird das Spiel mit grosser Wahrscheinlichkeit verlieren – und muss mit Flüchen und Beschimpfungen seines Jasspartners rechnen. Die oft erhitzten Gemüter nach einer Jassrunde deuten darauf hin, dass man besser hätte spielen können, als tatsächlich gespielt wurde. Demgegenüber lässt sich selbst mit schlechten Karten gut jassen.

Mit anderen Worten: Jassen ist ein Geschicklichkeitsspiel, das zwar auch von der Verteilung der Karten und damit teilweise vom Zufall abhängt. Der Spielverlauf ist dennoch überwiegend von der Spielgewandtheit und Konzentration der jeweiligen Jasspartner abhängig, weshalb der Jass am Stammtisch und natürlich auch zu Hause erlaubt ist, selbst wenn um Geld gespielt wird.

Weitere Infos

Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK: www.esbk.admin.ch

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