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ErnährungGeniessen ohne Reue

Die kulinarischen Höhenflüge über die Feiertage fallen spätestens im Frühling ins Gewicht. Was liegt näher, als die überflüssigen Kilos gar nicht erst entstehen zu lassen?

Zeit der Versuchung: In der Vorweihnachtszeit verbringen wir viel Zeit mit Apéros und Weihnachtsessen im Beruf, mit Freunden und Familie.
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In der kalten Jahreszeit locken vielerorts kalorienreiche Leckereien – schon seit Oktober sind die Regale der Grossverteiler gefüllt mit Lebkuchen, Christstollen und Adventsschokolade. Und spätestens im Dezember verbringen wir viel Zeit mit Apéros und Weihnachtsessen im geschäftlichen Rahmen, mit Freunden und Familie.

Und in wenigen Monaten beginnt dann wieder der alljährliche diätetische Ausnahmezustand. Kaum melden sich die ersten Frühlingstage, überbieten sich Gesundheits- und Frauenmagazine mit Tipps und Tricks, wie man die im Winter zugelegten Pfunde wieder loswerden kann.

Der Körper lässt sich nicht austricksen

Doch bei Crash-Diäten ist Vorsicht geboten - bekanntlich droht am Ende der gefürchtete Jo-Jo-Effekt: Zwar verliert man während der Diät an Gewicht, aber sobald dem Körper wieder Kalorien zugeführt werden, bildet er erneut Reserven. Der Grund dafür liegt im verminderten Energiebedarf des Körpers, der sich während der Diät eingestellt hat. Wird nach der Diät also direkt wieder «normal» gegessen, nimmt der Körper stärker zu als vor der Diät. Fachleute raten von radikalen Diäten auch deshalb ab, weil sie eine Belastung für den Körper darstellen. Statt sich regelmässig mit Diäten zu plagen, sei es wesentlich gesünder, das Gewicht konstant zu halten.

Doch wie soll das gehen, wenn die kalte Jahreszeit unseren Appetit von Natur aus ansteigen lässt und die Lust auf fettreiche und warme Nahrung zunimmt? Ein herzhafter Eintopf oder ein Käsefondue wärmen ja nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Und wenn es draussen dunkel und kalt ist, bewegen wir uns weniger als im Sommer - dadurch mangelt es uns am Glückshormon Serotonin. Kalorienreiche Lebensmittel wie Schokolade hingegen enthalten Tryptophan, das vom Körper für die Produktion von Serotonin gebraucht wird.

Auch bei Süssigkeiten kommt es aufs Mass an

Es wäre denn auch falsch, sich ausgerechnet um die Feiertage überhaupt nichts zu gönnen. Ernährungsfachleute empfehlen vielmehr, sich jeden Tag eine süsse Kleinigkeit zu leisten, wenn das Verlangen danach gross ist. Ein Stück Schokolade hat auch in einer gesunden Ernährung Platz. Doch Süssigkeiten sind als Dessert gedacht und nicht, um den Hunger zu stillen.

Alternativ zu Schokolade gehören zu den traditionellen Nikolaus-Gaben ja auch viele gesunde Leckereien wie Mandarinen, Nüsse und Dörrfrüchte. Mandarinen enthalten viel Vitamin C, und auch getrocknete Früchte gehören zu den empfohlenen fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag. Auch von ungesalzenen Nüssen darf man sich eine kleine Handvoll genehmigen; Erd-, Hasel-, Baumnüsse oder Mandeln enthalten die gesunden einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Tipps: Schlank und rank durch den Winter

Das Bedürfnis, den Körper zu wärmen, kann auch mit anderen Mitteln gestillt werden als mit kalorienreicher Kost, Süssigkeiten oder Alkohol:

  • Kräutertee, Gemüsesuppen oder eine heisse Bouillon wärmen uns von innen auf und enthalten nur wenige oder keine Kalorien.

  • Für viel Körperwärme sorgt auch Bewegung im Freien: Wer sich einmal überwunden hat, auch bei schlechtem Wetter zügig spazieren, walken oder joggen zu gehen, kommt zufrieden und aufgewärmt nach Hause. Auch nach dem Essen wirkt ein Spaziergang an der frischen Luft Wunder.

  • Im Winter trinken wir weniger als im Sommer. Bei ­einer Heisshungerattacke lohnt es sich ­deshalb, zuerst ein Glas Wasser zu trinken.

  • Im Winter kann auch der Besuch eines Thermal­bads oder ein duftendes Bad in der eigenen Badewanne viel zum Wohlgefühl beitragen. Gönnen Sie sich den Besuch eines ­Hamams, von denen in den letzten Jahren in den grösseren Städten mehrere eröffnet wurden. Die Atmosphäre der ­orientalisch inspirierten Wellnesstempel wirkt wärmend und beruhigend, und ­orientalische Massagen lassen den Alltag vergessen.

  • Erscheinen Sie bei Einladungen nicht mit Heisshunger und grossem Durst. Eine Handvoll Apérogebäck und ein Drink enthalten schnell einmal so viele Kalorien wie ein Hauptgang.

  • Kaufen Sie keine Süssigkeiten selbst – Sie bekommen sicher welche geschenkt.

  • Lehnen Sie dankend ab, wenn Sie genug gegessen haben, und halten Sie sich bei alkoholischen und gezuckerten Getränken zurück.

  • Geniessen Sie in der Adventszeit Festessen und Süssigkeiten wie Schokolade oder Weihnachtsguetsli zu bestimmten Gelegenheiten bewusst - und essen Sie bei den übrigen Mahlzeiten leichte Gemüsesuppen oder Salate.

Saisontabelle

  • Saisontabelle Gemüse und Früchte: Saisontabelle (PDF)

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Veröffentlicht am 18. November 2010