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EinlegerschutzWie sicher ist das Geld auf der Bank?

Geht eine Bank Konkurs, sind 100'000 Franken pro Kunde abgesichert. Unsere Geld-Experten erklären, was das im Fall der Fälle für Ihre Spar- und Vorsorgeguthaben sowie Wertschriften bedeutet.

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Der dringliche Bundesbeschluss, den Einlegerschutz von 30'000 auf 100'000 Franken zu erhöhen, ist am 20. Dezember 2008 in Kraft getreten.  Die neue Regelung wurde im September 2011 definitiv im Bankengesetz verankert. Bei einem Bankenkonkurs gilt für die Grossbanken UBS und CS sowie für alle anderen, dem Bankengesetz unterstehenden Bankinstitute (zum Beispiel Raiffeisenbank, Migrosbank, Coopbank) derselbe Einlegerschutz. Ausnahmen: die meisten Kantonalbanken und die Postfinance.

Banken allgemein
Der Einlegerschutz gilt für alle Arten von Konten und für deponierte Kassenobligationen. Er beträgt maximal 100'000 Franken pro Kunde (nicht pro Konto). Dieser Maximalbetrag wird von der Schweizerischen Bankiervereinigung garantiert und baldestmöglich nach der Zahlungsunfähigkeit der Bank ausbezahlt. Beträge, die über dieser Limite liegen, fallen in die 3. Konkursklasse. Diese Forderungen sind unter Umständen nur teilweise gedeckt.

Die Schweizer Banken müssen die Gelder für die Einlagensicherung erst zum benötigten Zeitpunkt aufbringen, es gibt keinen geäufneten Fonds. Die Einlagensicherung hat eine Gesamtlimite von sechs Milliarden Franken.
Bei Guthaben auf Freizügigkeitskonten sowie auf Vorsorgekonten 3a werden pro Kunde weitere 100'000 Franken gegenüber anderen Gläubigern der Bank privilegiert. Diese Guthaben fallen aber nicht unter die Einlagensicherung.

Nicht in die Konkursmasse fallen Wertpapiere im Depot. Diese werden ausgesondert und den Kunden direkt zurückgegeben.

Kantonalbanken
Bei den meisten Kantonalbanken (Ausnahmen: BE, GE und VD) ist der Einlegerschutz für Kontoguthaben und Kassenobligationen umfassend. Der jeweilige Kanton garantiert für alle Verbindlichkeiten der Bank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen.

Da sich Kantonalbanken zu international tätigen Instituten entwickelt haben, erscheint die vorbehaltlose Übernahme der Geschäftsrisiken durch die Kantone nicht mehr unbedingt zeitgemäss. So wird beispielsweise bei der Berner Kantonalbank die Staatsgarantie bis Ende 2012 vollständig aufgehoben. In einem ersten Schritt wurde die Garantie bereits per 1. Januar 2006 auf Spargelder bis 100'000 Franken und auf Obligationen zurückgenommen. Es ist anzunehmen, dass der politische Druck zur Abschaffung der Staatsgarantie auch in anderen Kantonen zunehmen wird.

Postfinance
Unter der Bezeichnung Postfinance bietet die Post eine umfangreiche Palette an Finanzprodukten und -dienstleistungen an. Die Post als öffentlich-rechtliche Unternehmung gehört der Eidgenossenschaft. Dank dieser Staatsgarantie sind Kontoguthaben bei der Post vollumfänglich abgesichert.

Ausnahme: Vorsorgekonten der gebundenen Säule 3a werden bei der Postfinance Vorsorgestiftung der UBS AG geführt. Für diese Konten gilt der normale Einlegerschutz wie für Konten der UBS: Es sind 100'000 Franken pro Kunde geschützt.

Mehrere Konten bei derselben Bank
Der Einlegerschutz garantiert beim Konkurs einer Bank maximal 100'000 Franken pro Kunde. Dieser Schutz gilt nicht pro Konto, sondern pro Person und Bank! Bei mehreren Konten auf verschiedenen Filialen werden die Beträge zusammengezählt. Erbengemeinschaften etwa gelten als ein Gläubiger, ungeachtet der Anzahl Erben, und erhalten den Maximalbetrag nur einmal. Gemeinschaftskonten von Ehepaaren werden hälftig unter den beiden Kontoinhabern aufgeteilt und den privilegierten Einlagen der Einzelperson angerechnet. Höhere Guthaben sind nicht gesichert. Ausser bei den meisten Kantonalbanken oder bei der Postfinance, die dem Bund gehört: Hier ist das gesamte Guthaben abgesichert.

Was ist das sogenannte Konkursprivileg?
Bei einem Konkurs gelten die erwähnten 100'000 Franken als privilegiert, das heisst, Sie als Gläubiger gehören zu den Ersten, die ausbezahlt werden. Das gilt für Privatkonten, Festgelder und bei der Bank deponierte Kassenobligationen. Privilegierte Gelder sollten innert dreier Monate nach Konkurseröffnung ausbezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt aus den vorhandenen Mitteln der Bank. Nur wenn diese Mittel nicht reichen, springt die Einlagensicherung ein und zahlt bis maximal 100'000 Franken aus. Alle Banken in der Schweiz müssen der Einlagensicherung angeschlossen sein. Nicht unters Konkursprivileg fallen Inhaber-Sparhefte und nicht bei der Bank verwahrte Kassenobligationen. Für Guthaben auf Freizügigkeitskonten sowie auf Vorsorgekonten 3a gelten zusätzlich 100'000 Franken pro Kunde als sogenannte privilegierte Forderungen. Sie gehören in die 2. Konkursklasse, unterliegen aber nicht der Einlagensicherung.

Wie sind Wertschriften geschützt?
Wertschriften wie Aktien, Obligationen, Anlagefonds et cetera, die bei der Bank im Wertschriftendepot aufbewahrt werden und nicht verpfändet waren, sind bei einem Zusammenbruch des Geldhauses nicht gefährdet. Sie werden von der Bank auf Ihre Rechnung verwaltet und gehören nicht in deren Konkursmasse. Haben Sie hingegen sogenannte strukturierte Produkte des konkursiten Finanzinstituts im Depot, ist deren Rückzahlung sehr wohl in Gefahr. Auch Produkte mit Kapitalschutz sind nur so sicher wie das Institut, das die Rückzahlung leisten muss.

Betriebssparkassen, zum Beispiel die Coop-Depositenkasse, unterstehen nicht dem Bankengesetz, deshalb besteht dort überhaupt kein Gläubigerschutz.

Vorsorgekonto 3a: Kann man das Guthaben splitten?
Nein: Sie können Ihr Vorsorgekonto jederzeit zu einer anderen Bank transferieren, aber nur als Ganzes. Eine nachträgliche Aufteilung auf mehrere Konten ist nicht zulässig. Teilauszahlungen aus der gebundenen Säule 3a sind nur möglich im Zusammenhang mit Wohneigentum oder für den Einkauf in eine Pensionskasse. Sie können jedoch ab sofort ein neues Konto bei einer anderen Bank äufnen, bis Sie wiederum die Limite von 100'000 Franken erreicht haben. So verteilen Sie Ihr Risiko auf zwei oder mehr Banken. Dies hat zudem den Vorteil, dass Sie die einzelnen Konten später gestaffelt auflösen können und Steuern sparen.