Referenzzinssatz

Tiefere Miete – wenn die Mieter aktiv werden

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Der Referenzzinssatz bleibt bei 1,75 Prozent. Falls Sie noch keine Mietzinssenkung verlangt haben, hilft Ihnen unser Musterbrief, die Änderung auf den nächstmöglichen Kündigungstermin hin durchzusetzen.

von Patrick Strubaktualisiert am September 05, 2016

Der Referenzzinssatz bleibt bei 1,75 Prozent, wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am 2. September 2016 bekanntgab. Das seit Anfang Juni 2015 bestehende Allzeittief dauert also weiter an. Mieter, deren Mietzinsen noch auf einem höheren Referenzzinssatz als 1,75 Prozent basieren, können eine Mietzinsreduktion auf den nächstmöglichen Kündigungstermin beantragen, wobei das Senkungsbegehren vor Beginn der Kündigungsfrist beim Vermieter eintreffen muss.

Erhält der Vermieter das Begehren noch vor Ende September 2016, muss er den Mietzins ab 1. Januar 2017 senken, falls die Kündigungsfrist drei Monate beträgt und das Mietverhältnis per Ende Dezember gekündigt werden kann.

Das nächste Mal wird der Referenzzinssatz Anfang Dezember 2016 bekanntgegeben.

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Es gibt verschiedene Gründe, die zu einer Mietzinssenkung führen können. In der Praxis von Bedeutung ist aber lediglich die Mietzinssenkung aufgrund von Hypothekarzinssenkungen. Guider zeigt seinen Mitgliedern mithilfe von nützlichen Vorlagen, wie sie das Herabsetzungsbegehren erfolgreich an den Vermieter weitergeben.

Vermieter müssen die Senkung nicht automatisch weitergeben

Mietzinsen, die auf den vor Juni 2015 massgeblichen 2,0 Prozent basieren, reduzieren sich um 2,91 Prozent. Allerdings kann der Vermieter die seit der letzten Mietzinserhöhung oder seit Vertragsschluss aufgelaufene Teuerung und allgemeine Kostensteigerung dagegen verrechnen. Am besten berechnen Sie mit Hilfe des Mietzinsrechners des Mieterverbandes die Mietzinsveränderung. 

Dass Mieter selber aktiv zu werden haben und nicht Vermieter die Senkung automatisch weitergeben müssen, hat Auswirkungen: Eine Umfrage des Vergleichsdienstes comparis.ch hat bei einer früheren Senkung des Referenzzinssatzes gezeigt, dass nicht einmal ein Drittel aller Mieter profitiert haben. Gute zwei Drittel derjenigen Mieter, die damals eine Mietzinsanpassung erhalten haben, mussten nichts dafür tun: Bei ihnen hat der Vermieter den Mietzins fairerweise von sich aus gesenkt.

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