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BudgetDen Geldfressern auf der Spur

Wenn am Ende des Lohns zu viel Monat übrigbleibt, liegt es meist nicht an unerwarteten Ausgaben. Sondern daran, dass ein seriöses Budget fehlt.

Was für jeden Betrieb eine Selbstverständlichkeit ist, wird in vielen Privathaushalten vernachlässigt: das Erstellen eines detaillierten Budgets.
von aktualisiert am 10. Juli 2017

Kaum hat man die Scheine aus dem Automaten gezogen, ist das Portemonnaie schon wieder leer. Und auch der Kontostand ist tiefer als erwartet. Dabei hat man sich gar nichts Grossartiges geleistet. Und all die Rechnungen: die unvorhergesehene Zahnarztbehandlung, Versicherungen und dann noch die Steuern.

Wenn Sie zu jenen gehören, die sich in solchen Momenten vornehmen, den Gürtel so lange enger zu schnallen, bis das Budget wieder im Lot ist, machen Sie genau den gleichen Fehler wie viele andere. Sie werden ziemlich sicher in wenigen Monaten wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Bei Budget- und Schuldenberatungsstellen melden sich täglich Leute, die mit finanziellen Engpässen kämpfen oder mit ihrem Einkommen nicht auf einen grünen Zweig kommen. Viele Leute legen sich kaum Rechenschaft darüber ab, wofür sie wie viel bezahlen.

Manche Leute gehen sogar noch weiter. Bleiben Rechnungen liegen oder reicht der Lohn für die Ferien oder das neue Auto nicht aus, wird das Konto überzogen. Oder man stopft das Loch mit einem Kleinkredit, dessen Rückzahlung samt hohen Zinsen das Budget dann noch stärker belastet.

Die meisten Menschen wissen sehr genau, wie viel sie verdienen. Doch über ihre regelmässigen Ausgaben können nur wenige genaue Angaben machen. Wer weiss schon, wie viel er für Restaurantbesuche, für Kleider oder für Geschenke ausgibt?

Was für jeden Betrieb eine Selbstverständlichkeit ist, wird in vielen Privathaushalten vernachlässigt: das Erstellen eines detaillierten Budgets, das aufzeigt, wohin das Geld fliesst, wofür man wie viel ausgibt und wo Einsparungen möglich sind.

Wer ein seriöses Budget erstellen will, muss zunächst seine fixen Ausgaben erfassen. Dazu gehören Wohnkosten, Krankenkassen- und Versicherungsprämien, Steuern, Kommunikationskosten (Telefon, Radio/TV, Internet), Energie- und Mobilitätskosten (Strom, Auto, öffentlicher Verkehr), Abos für Zeitungen et cetera und Beiträge für Vereinsmitgliedschaften.

Was nach Abzug dieser Fixkosten übrigbleibt, muss für die sogenannt variablen Budgetposten reichen: für Nahrung, Auslagen für Bekleidung, Coiffeur, Freizeit, Rückstellungen für Gesundheitskosten, Geschenke und Neuanschaffungen sowie für Ferien, Weiterbildung und fürs Sparen.

Die Budgetberatung Schweiz offeriert im Internet unter www.budgetberatung.ch kostenlose Musterbudgets, die auf Erfahrungswerten beruhen, zum Beispiel für Einzelpersonen, Familien oder Lehrlinge.

Nach Erstellung eines Budgets gehen viele mit anderen Augen einkaufen, viel bewusster. Sie sind vielleicht überrascht, wie sich die Ausgaben für scheinbare Kleinigkeiten zusammenläppern oder wie viel sie für eigentlich Unnötiges ausgeben. Häufige Auswärtsverpflegung schlägt beispielsweise happig zu Buche. Oder Beiträge für Klubs und Vereine, zu denen man gar keine Beziehung mehr hat. Häufig überlegen sich die Leute erst anhand einer Ausgabenkontrolle, ob ihnen die eine oder andere Annehmlichkeit wirklich so viel wert ist, wie sie bisher dafür ausgegeben haben.

Wer sein Budget im Griff hat und es schafft, zwei bis drei Monatslöhne für Rückstellungen zur Seite zu legen, wird kaum mehr in einen finanziellen Engpass geraten.

Bis es so weit ist, kann das gute alte Sparschwein die Freude am Sparen wecken: Füttern Sie es jedes Mal, wenn Sie zwei Zwei- oder Fünffrankenstücke im Geldbeutel haben. Von diesem Mittelabfluss spüren Sie im Alltag wenig. Von Zeit zu Zeit dürfen Sie sich von diesen Ersparnissen etwas leisten, was Sie sonst nicht gekauft hätten. Vielleicht sogar etwas total Unvernünftiges.

5000 Franken Lohn: Ein Budgetbeispiel

Komfortabel und sicher leben und noch etwas auf die Seite legen: ein Finanzplan für eine Einzelperson (Quelle: Budgetberatung Schweiz)

 

   
Einnahmen netto pro Monat* 5000.–
   
Fixkosten  
Wohnen (ein Viertel der Einnahmen) 1250.–
Steuern (wohnsitzabhängig) 850.–
Krankenkasse/Unfall (Grundversicherung)
(Krankenkassenprämien nicht angepasst, Prämienverbilligungen nicht berücksichtigt)
320.–
Hausrat-/Privathaftpflichtversicherung 40.–
Telefon/Radio/TV/Internet 150.–
Energie (Elektrizität/Gas) 50.–
Fahrkosten (öffentlicher Verkehr) 70.–
Zeitungen/Zeitschriften/Mitgliedschaften 40.–
  2770.–
   
   
Haushalt  
Nahrungsmittel/Getränke
(Kosten für auswärtige Verpflegung, Gäste, alkoholische Getränke und Haustiere nicht inbegriffen)
500.–
Nebenkosten
(Wasch- und Putzmittel, Drogerie, Körperpflege, chemische Reinigung, Entsorgungskosten, Porti, tägliche Kleinigkeiten)
100.–
  600.–
   
   
Persönliche Auslagen  
Kleider/Schuhe 150.–
Taschengeld (Coiffeur/Freizeit/Kultur/ohne Rauchen) 350.–
  500.–
   
   
Rückstellungen  
Gesundheitskosten (Franchise/Selbstbehalt/Zahnarzt) 50.–
Geschenke 60.–
Reserve (kleine Anschaffungen/Reparaturen) 150.–
  260.–
   
   
Verfügbarer Betrag**  
Auto/Ferien/Weiterbildung/Sparen 870.–
Total 5000.–

 

 
Legende:
ohne 13. Monatslohn/Gratifikation
** Je nach persönlicher Situation zu verwenden
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Mehr zu Budgetplanung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Neue Anschaffungen für den Haushalt setzen voraus, dass man das eigene Budget immer im Blick hat und Zahlungsfristen für Dienstleistungen nicht verpasst. Auf Guider finden Mitglieder viele Tipps und Anregungen für die Budgetplanung sowie unter anderem eine Checkliste wie man sich beim Online-Shopping absichert.

Sparen: Fünf Strategien, die nicht wehtun

Steuern
Schätzen Sie aufgrund der Steuererklärung ein, wie hoch die nächste Steuerrechnung ausfallen wird; in der Regel beträgt sie 15 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens. Überweisen Sie dann dem Steueramt per Dauerauftrag jeden Monat einen Zwölftel dieses Betrags. Das Amt verzinst die zu früh überwiesenen Beträge. In vielen Gemeinden ist der Zinssatz höher, als er auf einem Bankkonto wäre.

Wer mit der Zahlung im Rückstand ist, sollte dem Steueramt unbedingt einen schriftlichen Abzahlungsvorschlag unterbreiten. Und: Nehmen Sie nie einen Kredit auf, um Steuern zu zahlen – denn die Verzugszinsen beim Steueramt sind um ein Vielfaches tiefer als die Zinsen bei einem Kredit.

Einkaufen
Nutzen Sie den Ausverkauf. Sparen lässt sich vor allem bei Bettwäsche, Haushaltsartikeln, Kinderkleidern und Sportartikeln. Aber: Wo ständerweise Kleider in allen Grössen und Farben angeboten werden, handelt es sich nicht um reduzierte Schnäppchen, sondern um eigens für den Ausverkauf hergestellte Billigware, die die Kundschaft in Kauflaune versetzen soll.

Vorsicht beim Shoppen im Internet: Wenn Sie Waren aus dem Ausland bestellen, fallen neben Versand- unter Umständen auch Transport- und Zollkosten an. Zudem tragen Sie das Risiko, wenn etwas beschädigt wird oder verlorengeht. Vorsicht auch bei Super-Billigangeboten und wenn unbekannte Anbieter Vorauszahlung verlangen.

Lebensmittel
Nutzen Sie Aktionen und vergleichen Sie die Preise. Nicht immer ist die Grosspackung günstiger. Achten Sie im Laden auf die Platzierung: Günstige Produkte sind meist unten im Regal, die teureren auf Augenhöhe. Kochen Sie so, dass sich Reste ergeben – damit kommen Sie zu einem günstigen Lunch für die Mittagspause in der Firma. Wenn Sie Reste einfrieren, haben Sie immer ein schnelles und erst noch schmackhaftes «Fertigmenü» parat.

Beim Onlineshopping fallen happige Liefergebühren an. Wenn Sie Lebensmittel und Haushaltswaren zu sich nach Hause liefern lassen wollen, schliessen Sie sich daher am besten mit Nachbarn zusammen.

Versicherungen
Schadensfälle, die eher unwahrscheinlich sind und die Sie finanziell selber tragen können, müssen Sie nicht unbedingt versichern. Empfehlenswert sind in jedem Fall eine Hausrat- und eine Haftpflichtversicherung.

Beim Auto lohnt sich eine Vollkaskoversicherung nur in den ersten Jahren. Auf Insassen- und Bonusschutzversicherung können Sie verzichten. Prüfen Sie vor Abschluss einer Reisegepäck-, Reiseannullations- oder Pannenhilfeversicherung, ob Sie da nicht bereits per Hausratversicherung, Schutzbrief oder Verkehrsklub geschützt sind. Schliessen Sie keine langjährigen Verträge ab. So können Sie wechseln, wenn Sie ein günstigeres Angebot finden.

Kredit- und Kundenkarten
Sie verleiten dazu, über die Verhältnisse zu leben. Viele Inhaber von Kunden- und Kreditkarten sind im Minus oder mit dem Bezahlen der Rechnungen im Rückstand. Dabei ist das Einkaufen mit Plastikgeld ein wahrer Geldfresser. Bei den Banken fallen Verzugszinsen von bis zu 15 Prozent an – und beim Abstottern happige Ratenzuschläge. Zudem ist der Frust garantiert: Bevor die Kleider, die Ferien oder die neue Musikanlage abbezahlt sind, locken bereits wieder neue Angebote auf dem Markt. Bei sogenannten Debitkarten wird der Betrag dem Konto sofort belastet. So vermeidet man Schuldzinsen und Mahngebühren wegen Zahlungsrückständen.

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