Welche Impfstoffe gibt es?

Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat am 19. Dezember die Zulassung für den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer und am 12. Januar diejenige für den Moderna-Impfstoff erteilt. Weitere Zulassungsgesuche gibt es auch für die Vektorimpfstoffe der Pharmakonzerne AstraZeneca und Janssen-Cilag. Von Janssen-Cilag wurden noch keine Daten veröffentlicht, eine mögliche Zulassung ist deshalb weiter entfernt als bei den Impfstoffen von Moderna und AstraZeneca. 

Wie wirken diese Impfstoffe?

Alle vier sind genbasierte Impfstoffe, mit denen nur die Erbsubstanz des Sars-CoV-2-Virus in den Menschen gelangt. Es werden weder abgeschwächte oder inaktivierte Versionen des Erregers noch Eiweisse von ihm injiziert.

Die Impfstoffentwickler suchten dazu das Gen für das Spike-Protein aus, mit dem das Virus an Zellen andockt. Aus ihm stellen die menschlichen Zellen das Virus-Eiweiss her – und entwickeln dagegen eine Immunantwort . Es entstehen Antikörper, die verhindern, dass Sars-CoV-2 in Zellen eindringen kann und T-Zellen die infizierten Zellen abtöten.

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Bei den RNA-Impfstoffen benutzt man als Trägersubstanz Lipid-Nanopartikel (LNP), quasi kleinste Fetttröpfchen. Bei den Vektorimpfstoffen wird das Gen für das Spikeprotein dagegen von einem Virustaxi in die menschlichen Zellen gebracht – im Fall des AstraZeneca-Vakzins von einem harmlosen Schimpansen-Schnupfenvirus.

Wie die Impfstoffe im Körper wirken

Grafische Darstellung, wie der RNA-Impfstoff funktioniert.

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Quelle: Beobachter / Anne Seeger
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Wie gut ist die Wirksamkeit belegt?

In der Phase-III-Studie von AstraZeneca erkrankten in der Gruppe, die den Impfstoff bekamen, 70 Prozent weniger Menschen an Covid-19 als in der Placebo-Gruppe. Die RNA-Impfstoffe haben eine bessere Wirksamkeit: der von Biontech 95 Prozent und der von Moderna 94 Prozent. «Die Effektivität war über alle Altersgruppen so hoch», sagt Claire-Anne Siegrist, Professorin für Vakzinologie an der Uni Genf.

Bislang sind bei allen Impfstoffen zwei Injektionen im Abstand von mehreren Wochen vorgesehen. Von Moderna gibt es bislang nur eine Presseerklärung, die anderen beiden Hersteller legten bereits begutachtete Studien vor.

Bei der AstraZeneca-Studie wurde aus Versehen einem Teil der Probanden bei der ersten Impfdosis nur die Hälfte der Impfstoffmenge gespritzt. In dieser Gruppe betrug der Schutz 90 Prozent, in der andern nur 62 Prozent. Allerdings ist die Zahl der infizierten Teilnehmer in der 90-Prozent-Gruppe so gering, dass viele Wissenschaftler davon ausgehen, dass das Vakzin nur eine Schutzwirkung von 62 Prozent hat. «Die RNA-Impfstoffe sind bislang mit Abstand am vielversprechendsten», konstatiert Christian Münz, Immunologe an der Universität Zürich.

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Welche Nebenwirkungen sind bei beiden Impfstofftypen möglich?

Nebenwirkungen sind bei beiden Impfstofftypen relativ häufig; etwa vier von fünf Probanden meldeten Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Krankheitsgefühl und Schmerzen an der Einstichstelle, vor allem nach der zweiten Impfung. Etwa einer von hundert Probanden bekam Fieber. «Das waren aber kurzfristige Nebenwirkungen», sagt Christian Münz. «Sie sind ein gutes Zeichen und zeigen, dass das Immunsystem aktiviert Abwehrkräfte Was stärkt unser Immunsystem? wird.»

Länger anhaltende Nebenwirkungen sind in den klinischen Tests bislang nicht beobachtet worden. Beim Biontech-Impfstoff kam es in wenigen Fällen zu schweren allergischen Reaktionen – meist bei Menschen, die vorher so schwere Allergien hatten, dass sie immer eine Adrenalinspritze für den Notfall dabeihaben. «Beide Patienten wurden schnell behandelt und es gab keine anhaltenden Komplikationen», sagt Claire-Anne Siegrist. «Solche Reaktionen hatte man erwartet und Ärzte wissen bei Patienten mit dieser Vorgeschichte, welche Vorsichtsmassnahmen sie treffen müssen.»

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Besteht ein Risiko durch Zusatzstoffe?

Die sogenannten Adjuvantien sind umstritten. Sie werden für die seltene Nebenwirkung des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix von 2009 verantwortlich gemacht, der das Risiko erhöhte, an der Einschlafkrankheit Narkolepsie zu erkranken. Festgestellt hat man das erst, nachdem Millionen geimpft waren.

Die gute Nachricht für die neuartigen Corona-Impfstoffe: Sie kommen ohne Wirkverstärker aus. «Die enthaltene Erbsubstanz gehört zu den stärksten Wirkverstärkern einer Immunantwort, die überhaupt bekannt sind», sagt Christian Münz. Blieben als mögliches Risiko für die Gesundheit die Lipid-Nanopartikel, in die die RNA verpackt ist. Im Körper gibt es viele natürliche Lipide. Sie bilden das Grundgerüst der Membran, die als Hülle jede Zelle umschliesst.

Mittlerweile ist bekannt, dass auch Polyethylenglykol (PEG), Bestandteil der meisten Kosmetik-Produkte sowie Trägersubstanz in vielen Tabletten, in den RNA-Vakzinen verwendet wird. Es handelt sich dabei um einen Stoff, der wegen seiner geringen Toxizität als harmlos gilt – in sehr seltenen Fällen kann er jedoch zu allergischen Reaktionen führen. Auch die bekannten Fälle der starken allergischen Reaktionen auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer werden auf PEG zurückgeführt. 

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Können die genetischen Impfstoffe unsere Gene verändern und Krebs auslösen?

Die bisherigen Studien geben keinerlei Anhaltspunkte dafür. «Die Angst, dass RNA-Impfstoffe unser Genom verändern könnten, entbehrt jeder Grundlage», sagt Volker Thiel vom Institut für Virologie und Immunologie in Bern.

Er vergleicht die RNA mit einem Bauplan aus Papier, der auf einer Baustelle verwendet wird. «Das Original hat der Architekt auf seinem Computer gespeichert. Genauso ist die DNA an einem anderen Ort, nämlich im Zellkern, gelagert; die Abschrift bestehend aus RNA befindet sich aber im Zellplasma.

Wie Papier und Computerchip unterscheiden sich auch Speichermaterialien DNA und RNA. Eine RNA wird nicht wieder in die vererbbare Form der Erbsubstanz DNA übersetzt.» Boten-RNA-Moleküle sind zudem sehr kurzlebig und werden in den Zellen schnell abgebaut.

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Geht die Zulassung nicht viel zu schnell?

«Swissmedic wird nur Impfstoffe zulassen, deren Nutzen die Risiken überwiegt, basierend auf den strengen Nachweisen, welche die Zulassungsinhaberinnen einreichen müssen», sagt Sprecher Lukas Jaggi. Es gibt in der Schweiz keine Notfallzulassung. Die Pharmafimen führten Studien parallel durch, die normalerweise nacheinander gemacht werden.

Für die Zulassung müssen am Ende genauso gute Daten zur Wirksamkeit vorliegen, als ob der Entwicklungsprozess zehn Jahre gedauert hätte. «Wir haben die Anforderungen nicht aufgeweicht», sagt Jaggi.

Die Risiken sind weit geringer als bei der Infektion. «Es wurden ja je nach Impfstoff 20'000 bis 40'000 Probanden geimpft – Komplikationen nach Impfungen treten meist nach wenigen Wochen bis Monaten auf», sagt Virologe Volker Thiel. «Die Phase-III-Studien laufen schon länger, so dass wir diese Komplikationen beobachtet haben müssten.» Seltene Nebenwirkungen könnte man eventuell erst entdecken, wenn Hunderttausende oder Millionen Menschen geimpft wurden. Deshalb werden die geimpften Personen nachverfolgt. «Bei zugelassenen Impfstoffen wird die Sicherheit, die Wirksamkeit und die Qualität laufend überwacht», heisst es bei Swissmedic.

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Hat man die Möglichkeit, zwischen den Impfstoffen zu wählen?

Nein, man kann nicht wählen, mit welchem Impfstoff man geimpft wird. «Es wird kein Wunschkonzert geben», sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen am 22. Dezember vor den Medien. Dies habe auch logistische Gründe.

Haben Impfstoffe mit geringerer Wirksamkeit eine Chance auf Zulassung?

Noch sind nur die beiden RNA-Vakzine zugelassen. In einer älteren Version dieses Textes vermutete Claire-Ann Siegrist, dass Swissmedic wohl keinen Impfstoff zulassen würde, dessen Wirksamkeit schlechter sei als der eines bereits zuvor zugelassenen. Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi widerspricht dem jedoch. «Ob ein Präparat wirksamer, mindestens gleich wirksam oder weniger wirksam ist als andere Präparate ist keine Zulassungskriterium und wird im Zulassungsverfahren nicht geprüft», sagt er. «Auch ein Impfstoff mit zum Beispiel 50 Prozent Schutzwirkung könnte zugelassen werden, wenn der erwartete Nutzen grösser ist als die potentiellen Risiken.»

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Wird nach der Impfung das Leben wieder so sein wie vor der Pandemie?

Für die RNA-Impfstoffe wurde nicht untersucht, ob sie neben symptomatischen auch asymptomatische Infektionen verhindern können. Es ist damit nicht klar, ob Geimpfte das Virus unbemerkt weiterverbreiten könnten. Beim AstraZeneca-Impfstoff gab es 40 Prozent weniger asymptomatische Infektionen. «Die aktuellen Impfstoffe werden wahrscheinlich besser darin sein, Komplikationen bei Hochrisikopatienten zu verhindern als die Übertragung des Virus», sagt Claire-Anne Siegrist.

Das bedeute: Social Distancing, Masken , gute Nies-Etikette und Handhygiene Gesundheitsschutz Ihre Pflichten als Arbeitgeber müssen auch von Geimpften erstmal fortgeführt werden. «Ob wir zum normalen Leben zurückkehren können, hängt davon ab, wie viele Menschen aus Risikogruppen und aus dem Gesundheitssektor sich in den nächsten Monaten impfen lassen», so Siegrist.

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Immunologe Christian Münz sieht in der Impfung eine Chance, die Pandemie zu beenden Corona Was die Pandemie mit uns macht , selbst wenn sie keine Übertragung durch Geimpfte verhindert – aber nur, wenn sich grosse Teile der Bevölkerung immunisieren lassen . «So ein Impfstoff würde die Infektion zumindest verkürzen und die Krankheitssymptome abschwächen», sagt Münz. «Damit würde der Zeitraum, in dem ein Infizierter ansteckend ist, wahrscheinlich so weit verkürzt, dass die Pandemie gestoppt werden könnte.»

Wo kann ich mich impfen lassen?

Viele Kantone planen in einem ersten Schritt einen oder mehrere zentrale Impfstandorte. Im Kanton Zürich etwa können sich Personen ab 75 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen im Zentrum für Reisemedizin impfen lassen. Mobile Equipen werden ab dem 1. Januar Impfungen direkt in Alters- und Pflegeheimen verabreichen, sobald die Einwilligungen der Bewohner vorliegen.

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Im Aargau wird vorerst in den Kantonsspitälern Aarau und Baden geimpft. Bettlägerige Personen sollen durch mobile Einheiten geimpft werden.

In Basel-Stadt können sich mobile Personen ab 65 Jahren im Impfzentrum in der Messe Basel impfen lassen, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen werden direkt vor Ort geimpft.

Der Kanton Bern will ab dem 11. Januar im Inselspital mit impfen beinnen, einige Tage danach folgen Standorte in Burgdorf, Langenthal, Biel und Langnau. Impfen lassen können sich in einem ersten Schritt Personen ab 65 Jahren. 

Im Kanton St. Gallen wird es wegen der speziellen Kühlbedingungen des Impfstoffs vorerst kein zentrales Impfzentrum geben. Die verfügbaren 5000 bis 10‘000 Impfdosen sollen durch mobile Einheiten in Alters- und Pflegeheimen, respektive an den Spitälern geimpft werden.

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Ab wann kann man sich impfen lassen?

Nachdem die Arzneimittelbehörde Swissmedic den Impfstoff von Biontech/Pfizer am 19. Dezember zugelassen hat, wird nun die Eidgenössische Kommission für Impffragen eine detaillierte Impfempfehlung ausarbeiten. Erste Impfdosen sollen noch im Dezember verabreicht werden, der offizielle Impfstart ist am 4. Januar.

Einzelne Kantone wie etwa Basel-Stadt, Luzern, Freiburg und das Wallis wollen aber schon früher mit Impfen beginnen, andere wie etwa der Aargau warten, bis das IT-System des Bundes bereit ist. Über die Software «onedoc» können die Kantone die Impfung erfassen. So soll einerseits sichergestellt werden, dass die Geimpften rechtzeitig mit dem richtigen Impfstoff nachgeimpft werden, andererseits erfolgt die Verrechnung an den Bund über dieses System. Mehr zu den Informatiklösungen des Bundes in Zusammenhang mit der Impfung finden sich im Artikel «Antworten auf die wichtigsten rechtlichen Fragen».

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Wer kann sich impfen lassen?

Zunächst sollen gemäss der Impfstrategie des Bundes ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen geimpft werden Grippe Wer sollte sich impfen lassen? . In einigen Kantonen wie etwa Basel-Stadt bedeutet älter, dass die Impfwilligen mindestens 65 Jahre alt sind.

In Zürich wäre diese Personengruppe bereits zu gross, als dass für alle die nötigen zwei Impfdosen verfügbar wären. Deshalb können sich hier zuerst Personen ab 75 Jahren und solche mit Vorerkrankungen impfen lassen, in einem zweiten Schritt dann Personen ab 65.

Zu den Vorerkrankungen, die zu einer prioritären Behandlung berechtigen, gehören Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen Herzkrankheit Was fehlt dir, mein Herz? , Diabetes, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen, extremes Übergewicht und Erkrankungen, die eine Unterdrückung des Immunsystems notwendig machen.

Zweite Priorität hat das Gesundheitspersonal. Später können sich auch Personen impfen lassen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben und Mitarbeiter von Einrichtungen mit hohem Ausbruchsrisiko, etwa Behindertenheime.

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Für die breite Bevölkerung wird eine Impfung voraussichtlich erst im zweiten Quartal zur Verfügung stehen. Der Comirnaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist für Personen ab 16 Jahren zugelassen, der Impfstoff von Moderna für Erwachsene ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche liegen noch keine Studiendaten vor, darum können sie noch nicht geimpft werden, ebenso die Schwangeren.

Wo kann ich mich für eine Impfung anmelden?

Informationen dazu findet man auf der Website seines Wohnkantons. Einzelne Kantone haben bereits spezielle Websites und Hotlines eingerichtet. Impfwillige in der Zielgruppe (Ältere, Vorerkrankungen) können sich dort online oder über speziell eingerichtete Hotlines anmelden oder sich über die Ärztin, den Apotheker oder eine Vertrauensperson anmelden lassen. Die Anmeldung wird an die Impfstelle in der Nähe des Wohnortes geleitet und der Impftermin reserviert. Patienten erhalten dann eine Terminbestätigung.

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In welchen Abständen erfolgen die beiden Impfungen?

Am 23. Dezember veröffentlichte das BAG seine Impfempfehlung für den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. Darin sieht der Bund einen Abstand von 4 Wochen zwischen den beiden Impfdosen vor. Auch für den Moderna-Impfstoff wird empfohlen, einen Abstand von einem Monat einzuhalten.

Weil der Impfstoff knapp ist, ist dieser Zeitraum aber umstritten. So werden die Engländer erst nach drei Monaten ein zweites Mal geimpft, damit das Land möglichst viele Menschen zunächst mit einer Dosis impfen zu kann. Das Immunsystem benötigt einige Tage, um seine Immunantwort aufzubauen. Danach besteht gemäss Studien schon eine Schutzwirkung von rund 90 Prozent.

Die Schweiz will davon vorerst nichts wissen: Am 5. Januar sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF, gegenüber Medien, man wolle an der bisherigen Impfstrategie festhalten. Nur einen Tag später kontert aber Christian Münz in der Rundschau von SRF. Der Leiter der Expertengruppe Immunologie innerhalb der Corona-Taskforce betont, es sei wichtig, dass jetzt möglichst viele Leute zu impfen. Denn auch mit einer zweiten Impfdosis nach drei Monaten könne der Impfschutz noch verstärkt werden.

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Die zweite Dosis muss gemäss der Empfehlung der EKIF mit dem gleichen Impfstoff wie bei der ersten Impfung erfolgen.

Wann sollte man eine Impfung verschieben?

Auf Impfungen sollte man generell verzichten, wenn man gerade einen Infekt hat. «Die natürliche Immunantwort des Körpers ist dann so hochgefahren, dass der Impfstoff eventuell in seiner Wirkung beeinträchtigt wird», sagt Friedemann Weber, Direktor des Instituts für Virologie der Uni Giessen (D). «Auch wenn sich die mRNA ja nicht vermehren muss, um zu wirken wie ein abgeschwächtes Virus bei einem Lebendimpfstoff, ist es vorstellbar, dass die Immunantwort nicht voll ausgeprägt wird.»

Tatsächlich wisse man, dass die Proteinsynthese bei starken Reaktionen des angeborenen Immunsystems reduziert sei – und auf diesen Prozess ist der RNA-Impfstoff angewiesen. «Es geht bei diesen Einschränkungen für Impfungen aber nur um starke Erkältungen, die mit deutlich erhöhter Temperatur einhergehen», sagt Weber. «Ein einfacher Schnupfen Influenza Wer erkältet ist, hat keine Grippe ist keine Kontraindikation.» Das Risiko für Nebenwirkungen steige voraussichtlich nicht bei einer Vorinfektion.

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Wirkt der Impfstoff gegen das neu aufgetretene mutierte Virus?

Experten sind sich einig: ja. Das liegt vor allem daran, dass der Impfstoff eine vielfältige Immunantwort auslöst. «Einige Antikörper werden auf das neue Virus vielleicht nicht mehr so gut passen», sagt Friedemann Weber. «Eine leichte Schwächung der Immunantwort kann ich mir deshalb vorstellen – aber es wird noch genügend andere Antikörper geben, die das Virus neutralisieren können.»

Ausserdem besteht die Immunantwort nicht nur aus Antikörpern, sondern auch aus T-Zellen. «Sie sind weniger anfällig und werden weiter funktionieren», sagt Weber.

Wer haftet bei Impfschäden?

Grundsätzlich haftet gemäss Auskunft des BAG der Hersteller für Produktmängel. Ein Unternehmen ist in der Schweiz bei allfälligen Impfschäden einklagbar und im Falle einer Verurteilung auch haftbar. «Verträge, die der Bund mit Impfstoffherstellern abschliesst, beseitigen also weder die Haftpflicht des Herstellers noch begründen sie eine neue Haftpflicht des Bundes», so das BAG.

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Es könne in den Lieferverträgen aber Klauseln geben, wonach sich der Bund bei Impfschäden subsidär an den Kosten beteiligt. Also dann, wenn weder Herstellerin noch Arzt für einen Schaden haften. Laut Epidemiengesetz können geschädigte Personen dann eine Entschädigung und Genugtuung verlangen. Ob die Pharmafirmen bei den Covid-Impfstoffen solche Klauseln mit dem Bund ausgehandelt haben, ist unklar – die Verträge sind geheim Impfstoff-Verträge bleiben geheim Bund hält sich bei Impfdeals bedeckt .

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Chantal Hebeisen, Redaktorin

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