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PflegebedürftigkeitKann ich Mutter zwingen, ins Heim zu ziehen?

Was ist zu tun, wenn man nicht in der Lage ist, seine Eltern zu pflegen?

In der Regel können Heimaufenthalte mit Ergänzungsleistungen finanziert werden, wenn kein Vermögen vorhanden ist. Nur in wenigen Fällen muss ergänzende Sozialhilfe beantragt werden.
von aktualisiert am 26. Juli 2017

Mein Vater ist wegen seiner Demenz nicht mehr in der Lage, seine Finanzen zu erledigen und mit Banken und Versicherungen zu korrespondieren. Wer soll übernehmen?

Wenn Ihr Vater keinen Vorsorgeauftrag errichtet hat, der nun im Fall seiner Urteilsunfähigkeit von der Erwachsenenschutzbehörde in Kraft gesetzt wird, braucht er einen Beistand, der sich um seine Rechte und Pflichten kümmern kann. Bei Guider finden Sie mehrere Mustervorlagen für einen Vorsorgeauftrag (exklusiv für Mitglieder).

Meine Mutter weigert sich, ins Heim zu ziehen, obwohl sie wirklich kaum noch allein leben kann. Kann sie gezwungen werden?

Unter Umständen. Wenn Ihre Mutter nicht mehr urteilsfähig ist, könnte die Erwachsenenschutzbehörde eine Fürsorgerische Unterbringung anordnen – aber nur dann, wenn Hilfestellungen wie Mahlzeitendienst oder Spitex nicht mehr genügen und Ihre Mutter sich ernsthaft gefährdet.

Wenn sie hingegen urteilsfähig ist und die Schwierigkeiten des Alleinlebens meistert, sieht der Fall anders aus: Ihre Sorge um sie könnte einen zwangsweisen Heimeintritt nie und nimmer rechtfertigen. Der Wunsch Ihrer Mutter, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen, wäre in diesem Fall zu akzeptieren.

Müssen meine Kinder für meinen Heimaufenthalt aufkommen, wenn mein Vermögen irgendwann aufgezehrt ist?

In aller Regel können Heimaufenthalte mit Ergänzungsleistungen zur AHV finanziert werden, wenn kein Vermögen vorhanden ist, kein Geld verschenkt wurde oder wie in Ihrem Fall für die bisherige Heimfinanzierung verwendet wurde.

Nur in einigen wenigen Fällen muss ergänzende Sozialhilfe beantragt werden. Wenn diese gewährt wird, können die Kinder zur gesetzlich verankerten Verwandtenunterstützungspflicht herangezogen werden – allerdings nur, wenn sie «in günstigen Verhältnissen leben», wie es im Gesetz heisst.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie zur Verwandtenunterstützung verpflichtet werden, erfahren Sie bei Guider im Merkblatt (exklusiv für Mitglieder).

Wie kann ich verhindern, dass mein Vermögen fürs Heim draufgeht? Mit Schenkungen oder Erbvorbezug?

«Spare in der Zeit, so hast du in der Not», sagt der Volksmund. Wer sein Erspartes aber verschenkt, muss mit schmerzhaften Konsequenzen rechnen, wenn für die Finanzierung eines Alters- oder Pflegeheims Ergänzungsleistungen nötig werden. Erbvorbezüge und Schenkungen werden nämlich behandelt, als würde das Geld noch auf dem eigenen Konto liegen.

Der Zeitpunkt des Verzichts spielt grundsätzlich keine Rolle; auch mehr als fünf Jahre zurückliegende Schenkungen werden angerechnet, auch wenn ein anders lautendes Gerücht seit Jahren die Runde macht. Wahr ist, dass das hinzugerechnete «Verzichtsvermögen» jährlich per Jahresanfang um 10'000 Franken reduziert wird.

Welche Folgen eine Hausübertragung an die Kinder noch haben könnte erfahren Sie bei Guider im Merkblatt (exklusiv für Mitglieder).

Meine Geschwister kümmern sich nicht um unsere Eltern, nur ich pflege sie. Kann ich dafür eine Entschädigung verlangen?

Ja, von den Eltern, nicht aber von den Geschwistern. Sie können auch nicht darauf zählen, dass Ihr Engagement beim Erben honoriert wird, denn das Erbrecht sieht keine Entschädigung für die Pflege von Fami­lienangehörigen vor. Wenn Sie mit Ihren Eltern nichts verein­baren, sind Sie nach deren Tod auf den Goodwill der Miterben angewiesen.

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Checkliste «Aufgaben der Kesb» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Bezüglich der Kompetenzen und Aufgaben der Kesb existieren zuweilen viele falsche Annahmen. Dabei ist der Auftrag der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde per Gesetz festgelegt. Mitglieder von Guider erhalten in der Checkliste «Aufgaben der Kesb» eine Aufstellung darüber, in welchen Fällen die Behörde aktiv ist.

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2 Kommentare

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infoschuhe
meine Lieben Eltern hatten zu Hause eine Betreuung über die Vermittlung: Alterspflege A. Dornbierer in Appenzell sehr seriös sehr zu empfehlen !! so konnte Mama auch zu hause Sterben das wahr der Wunsch kein Mensch hat das Recht jemand ins Heim zu tun der Statt sol endlich das gesetzt ändern : das es auch finanziel unterstützt wird für zu Hause und nicht nur im Pflegeheim ;übrigens vor gewisse urteil kommen meine Eltern haben der Betreuung einen guten Lohn
infoschuhe
also meine Eltern hatten zu Hause eine Betreuung über die altersverbin