Man könnte den Verdacht hegen, dass die meisten Mieterinnen und Mieter nicht sehr ökologisch eingestellte Menschen seien. Dies suggeriert zumindest die neuste, zweijährlich stattfindende Mieterumfrage von Westschweizer Immobilienorganisationen. Demnach sind nur 31 Prozent der Mieter bereit, aufgrund energetischer Sanierungen etwas mehr Miete zu bezahlen. Der Grossteil der Mieterschaft akzeptiert gemäss Umfrage erhöhte Mietpreise nur, wenn diese vollumfänglich von den tieferen Nebenkosten kompensiert werden. Diesen Ergebnissen widerspricht Regula Mühlebach, Geschäftsleiterin des Mieterverbandes der Deutschschweiz, zumindest zu einem Teil: Ihrer Beobachtung nach seien Mieterinnen und Mieter für das Thema sehr sensibilisiert. «Spätestens seit Ereignissen wie Fukushima ist die Akzeptanz höher – zumindest bei energetischen Massnahmen, die auch die Nebenkosten reduzieren.» Denn die Nebenkosten würden sich derzeit sowieso immer mehr zur «zweiten Miete» entwickeln – eben gerade in älteren Gebäuden, die noch nicht energetisch saniert worden sind.

Und solch alte Mehrfamilienhäuser, die veritable Energieschleudern sind, gibt es noch viele in der Schweiz. Wer als ökologisch verantwortlicher Mieter seinen Vermieter zu einer energetischen Sanierung anregen möchte, hat keinerlei rechtliche Handhabe. Man kann nur mit Wünschen und Vorschlägen an den Hausbesitzer gelangen und ihn allenfalls mit Zahlen und Fakten überzeugen. Einzige Ausnahme: Handelt es sich um einen Mangel an der Mietsache, kann der Vermieter auf rechtlichem Weg zu einer energetischen Massnahme bewegt werden. Solche Mängel können beispielsweise undichte Fenster sein oder ein elektrischer Boiler, der aufgrund eines Defekts unnötig viel Strom frisst.

Eigenes Verhalten anpassen

Wer seinen Vermieter doch von einer energetischen Sanierung überzeugen kann, muss sich zudem bewusst sein, dass Investitionen in solche Massnahmen als «wertsteigernd» gelten und deshalb auf den Mietzins überwälzt werden können (siehe unten: «Mehr Miete nach Sanierung»). Zwar sinken so die Nebenkosten, doch diese Einsparung würde den höheren Mietpreis erst wett machen, wenn die Energiepreise rund doppelt so hoch wären wie heute.

Am wirkungsvollsten kann jede Mieterin und jeder Mieter den Energieverbrauch durch das eigene Verhalten positiv beeinflussen: etwa indem die Thermostatventile an den Radiatoren so eingestellt werden, dass die Räume nicht überheizt werden, oder durch Stromsparmassnahmen.

Mehr Miete nach Sanierung

Beispiele, wie die Monatsmiete aufgrund einer energetischen Sanierung steigen könnte (in Klammern: geschätzte Kosten und wertvermehrender Anteil)

Fenstersanierung
(10'000.–/25% Wertvermehrung) plus 13 Franken Mietzinsaufschlag

Fassadenisolation
(25'000.–/65%) plus 76 Franken

Dachisolation
(10'000.–/50%) plus 23 Franken

Isolation der Kellerdecke
(3000.–/50%) plus 9 Franken

Heizung
(4000.–/10%) plus 6 Franken

Solarkollektoren
(8000.–/100%) plus 50 Franken

Kontrollierte Wohnungslüftung
(15'000.–/100%) plus 93 Franken

Dies ergibt nach umfassender Sanierung einen Mietzinsaufschlag von rund 270 Franken. Gleichzeitig sinken aber auch die Nebenkosten massiv.

Energie sparen ohne Komforteinbusse


Tumbler

  • Wählen Sie statt «sehr ­trocken» nur «schrank­trocken» – das geht schneller.
  • Wäsche, die in den Tumbler kommt, sollten Sie vorgängig in der Waschmaschine hochtourig schleudern (mindes­tens 1000 bis 1400 Umdrehungen  pro Minute). Denn die Waschmaschine braucht rund 100-mal weniger Energie als der Tumbler, um der ­Wäsche die gleiche Menge Feuchtigkeit zu entziehen.
  • Reinigen Sie das Flusensieb nach jeder Benutzung – das verkürzt die Trocknungszeit.


Waschmaschine

  • Waschen Sie mit möglichst tiefen Temperaturen. Koch­wäsche ist mit modernen Waschmitteln unnötig. Meist reicht schon eine 40-Grad-Wäsche. Das spart rund 50 Prozent Strom gegenüber einer 60-Grad-Wäsche.
  • Für leicht verschmutzte Wäsche wählen Sie das Sparprogramm.
  • Verzichten Sie auf das Vorwaschen.
  • Nutzen Sie immer die maximale Füllmenge des Gerätes aus.


Kühlschrank und Tiefkühler

  • Rasches Öffnen und ­Schliessen spart Strom.
  • Wählen Sie die richtige Temperatur, denn jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch um sechs Prozent. Kühlschrank: 5 Grad Tiefkühler: minus 18 Grad
  • Stellen Sie keine warmen Speisen in den Kühlschrank.
  • Tauen Sie den Tiefkühler und das Gefrierfach des Kühlschranks regelmässig ab.


Kochherd

  • Achten Sie darauf, dass die Grösse von Pfanne und Kochplatte immer übereinstimmt.
  • Kochen Sie mit Deckel – damit sparen Sie gleich 30 Prozent Strom.
  • Benutzen Sie möglichst einen Dampfkochtopf oder Isolierpfannen, das kann bis zu 70 Prozent Energie einsparen.


Backofen

  • Bei modernen Öfen erübrigt sich das Vorheizen (ausser bei empfindlichem Blätterteig), da die neueren Geräte die erwünschte Hitze meist innert weniger Minuten erreichen.


Geschirrspüler

  • Starten Sie das Gerät erst, wenn es voll ist.
  • Für nur leicht verschmutztes ­Geschirr können Sie ein Sparprogramm verwenden.


Geräte im Stand-by-Modus

  • Schalten Sie alle Geräte mit Stand-by-Funktion (Fernseher, Hi-Fi-Anlage, Computer, Drucker, Scanner) mit einer schaltbaren Steckerleiste ab.
  • Stecken Sie Ladegeräte für Handys oder MP3-Player nur ein, wenn sie wirklich ­gebraucht werden.