Es müssen nicht gleich die Malediven sein. Ein Campingplatz an einem See in der Nähe, Freunde mit der gleichen Muttersprache und bekanntes Essen sind für kleinere Kinder mindestens so toll wie eine lange Reise an einen Traumstrand – Hauptsache, wegfahren.

Für Familienreisen beliebt sind häufig All-inclusive-Ferien. Kurze Flugreisen strapazieren die Kinder weniger. Auch mit dem eigenen Auto ist man schnell an der Wärme. Pauschal­reisen machen das Budget überblickbar und entlasten die Eltern, weil Details wie der Transfer vom Flughafen zum Ferien­hotel und retour bereits organisiert sind.

Klubferien können für alle toll sein

Es gibt viele Destinationen, die als besonders familienfreundlich gelten. Die österreichischen Familienhotels sind ein Paradebeispiel dafür: Kinderkino, Streichelzoo, kinderliebes Personal und Schnipo und Spaghetti Bolo à gogo. Auch Klubferien sind toll für Eltern und Kinder: Die Kleinen bekommen dank Betreuungs-, Sport- und Spielangebot jede Menge Action, ihr Lieblingsessen und finden neue Freunde, während die Eltern ohne schlechtes Gewissen Zeit für sich haben. Und wer weiss, vielleicht trifft man sogar die alten Bekannten vom letzten Jahr wieder.

Die Ferien machen viel mehr Freude, wenn alle das bekommen, was sie sich wünschen. Denken Sie deshalb daran, dass Sie für die ganze Familie buchen und nicht nur für Sie selbst.

Es gibt Reiseorte, die sich partout nicht für Kinderferien eignen. Die klassischen Flitterwochendestinationen, die auf traute Zweisamkeit und Privatsphäre setzen, erlassen sogar oft ein ausdrückliches Kinderverbot. Manche Hotels lassen Kinder nur in gewissen Trakten zu und haben getrennte Pools oder sogar separate Restaurants. Was seltsam klingt, hat durchaus Vorteile: Eltern mit Kindern müssen sich nicht vor bösen Blicken fürchten, wenn der Nachwuchs vor Freude kreischt, und Paare, die endlich ungestört Zeit miteinander verbringen möchten, habe so ihre Ruhe.

Fliegen mit Kleinkindern ganz ohne Stress

Für Reisen mit Kindern gibt es ein paar Tricks, denn wenn die Jungmannschaft ­gestresst ist, quengelt und schreit, ist das nicht nur für sie selber mühsam, sondern für alle Beteiligten. Die grössten Stressfaktoren für Kinder sind Langeweile, Enge und Durst. Lange Flüge sind grundsätzlich nichts Tolles für kleine Kinder. Lässt sich eine Langstrecke nicht vermeiden, ist ein Nachtflug angenehmer, weil im Schlaf die Zeit schneller vergeht und der Tag-Nacht-Rhythmus weniger gestört wird.

Reisen Sie mit Kindern, die zur Schule gehen, sollten Sie Destinationen mit massiven Zeit- und Klimaunterschieden zur Schweiz möglichst vermeiden. Wollen Sie trotzdem im Winter nach Hawaii, planen Sie die Rückkehr so ein, dass die Kinder noch zwei oder drei Tage Zeit haben, sich wieder an Schweizer Zeit und Klima zu gewöhnen, bevor die Schule losgeht. Denn die Eltern können gebüsst werden, wenn die Kinder nicht ausgeruht zur Schule geschickt werden.

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Kinder bis zwei Jahre fliegen fast gratis

Bei der Swiss gilt auf den meisten Strecken für Kinder von zwei bis elf ein reduzierter Tarif für einen eigenen Sitzplatz. Bis zum zweiten Geburtstag zahlen sie zehn Prozent des Normalpreises. Achtung: Pro erwachsene Person darf nur ein Kind unter zwei Jahren transportiert werden. Erkun­digen Sie sich bei den Fluggesellschaften nach den Regeln für kleine Passagiere, denn nicht alle haben die gleichen Tarifstrukturen. Je nach Airline kostet ein eigener Sitzplatz fürs Kind bis zu 60 Prozent des regulären Preises. Denken Sie bei der Online-Buchung auch daran, gleich ein Kindermenü zu bestellen.

Bei der Swiss darf ein Kind mitfliegen, wenn es mindestens sieben Tage alt ist. Sollte es noch jünger sein, braucht es eine Bescheinigung der Reisefähigkeit vom Hausarzt. Das Kind benötigt einen eigenen Reisepass oder eine eigene ID. Zeigen Sie dem Kind, falls es schon gross genug ist, die Flugtickets, reden Sie mit ihm über die Reise – wenn es sich auf die Flugreise freut, reagiert es auf die ungewohnte Situation weniger mit Angst. Am besten checkt man am Vorabend per Internet ein, damit Sie später die Koffer nur noch am Baggage Drop-Off Schalter abgeben und die Check-in-Zeit somit insgesamt verkürzen können. Viele Fluglinien lassen Eltern mit Kindern frühzeitig an Bord gehen. Im Flugzeug sind Kleider nach dem Zwiebelprinzip, dicke Socken und Nuggi oder Kaugummis nützlich. Letztere helfen beim Druckausgleich und beugen schmerzenden Ohren vor.

Bei Mumps fordert die Swiss Umbuchung

Packen Sie kleine Snacks für die Kinder ein. Der Essensrhythmus im Flugzeug richtet sich nach dem Flugplan und nach dem Wetter unterwegs. Achten Sie darauf, dass die Snacks fürs Handgepäck zugelassen sind, und kaufen Sie nach der Gepäckkon­trolle Mineralwasser, einen Schokolade­drink oder einen Smoothie. Ihr Kind wird dankbar sein. Keinesfalls sollten Sie Essen oder Getränke kaufen, die Ihr Kind noch nie bekommen hat: Wird ihm während des Fluges übel, ist niemandem gedient.

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Natürlich sollte das Kind bei der Reise gesund sein. Nicht abreisen sollte man bei akuter Erkältung (gilt vor allem für Flug­reisen), bei Erkrankungen mit hohem Fieber oder nach einer Operation. Gewisse Fluggesellschaften, so auch die Swiss, verlangen, dass die Reise umgebucht wird, wenn ein Kind an einer ansteckenden Kinderkrankheit wie Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken leidet. In diesen Fällen können die Airlines eine Umbuchungsgebühr verlangen.

Globi und Essen von Zuhause einpacken

Wer mit dem Auto verreist, kann vor der Abreise ein möglichst unkompliziertes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen – Tablet einpacken und Videos, Globi-Bücher, Kinderlieder, Lieblingssongs oder Hörspiele draufladen. Auf diese Weise kann sich das Kind «Die drei Fragezeichen» anhören, ohne dass der Fahrer dadurch abgelenkt ist.

Es lohnt sich, Verpflegung für unterwegs von daheim mitzunehmen: Man spart nicht nur viel Geld, sondern schliesst auch aus, dass sich die Kinder mit ungewohntem Essen den Magen verderben, was im Auto noch mühsamere Folgen hat als im Hotel.

Reiseapotheke: Auf Kinder abstimmen

Die übliche Reiseapotheke sollte um kinderspezifische Medikamente ergänzt werden. Haben Sie alternative Heilmittel im Gepäck, ist besondere Vorsicht geboten: Verschiedene Länder kennen strenge Einfuhrbestimmungen, was Pflanzen und pflanzliche Produkte angeht.

  • Abschwellender Nasenspray (vor allem wichtig, wenn Sie eine Flugreise machen und ein Kind erkältet ist); isotonisches, steriles Salzwasser zur Nasenreinigung.
  • Hustenmittel für Kinder. Alternativ: Efeu gegen Hustenreiz; Thymian wirkt schleim­lösend (zum Beispiel Thymiantropfen).
  • Mittel gegen Halsentzündungen. Alternativ: Salbei.
  • Mittel (Zäpfchen!) gegen leichte Schmerzen und Fieber.
  • Mittel gegen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe. Pflanzlich: Fencheltee.
  • Glukose-Elektrolyt-Lösung gegen Salz- und Flüssigkeitsverlust bei Durchfall.
  • Präparat zur Wasseraufbereitung in Risikoländern.
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