Ein Zuger besitzt im Kanton Aargau eine Eigentumswohnung. Er deklarierte in seiner Steuererklärung keinen Eigenmietwert für die 4,5-Zimmer-Wohnung, weil sie «unbewohnt und unvermietet» sei. Das Steueramt akzeptierte das nicht und schlug ihm 18691 Franken auf sein Einkommen. Der Mann wehrte sich, und der Streit landete vor Bundesgericht.

Dieses gab nun dem Steueramt recht. Der Besitzer hatte zwar argumentiert, es gebe «erhebliche Mängel in der Warmwasseraufbereitung» im Mehrfamilienhaus, in dem sich die Wohnung befindet. Diese sei dadurch unbewohnbar. Doch das Gericht glaubte das nicht, denn der Besitzer habe zuvor selbst fünf Jahre lang in der Wohnung gewohnt, und zudem seien 23 von 25 Wohnungen im fraglichen Haus bewohnt. Deshalb könne man «nicht einmal ansatzweise» von einer «objektiven Unbewohnbarkeit» sprechen. Das wäre aber eine Voraussetzung dafür, den Eigenmietwert streichen zu können.

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Ausserdem habe der Besitzer «keine ernsthaften Vermietungsbemühungen» an den Tag gelegt. Er habe das Objekt lediglich in Gratisinseraten in zwei lokalen Supermärkten angepriesen, nicht aber im Internet.

Deshalb muss der Mann nun den Eigenmietwert versteuern, obwohl die Wohnung leer stand. Zudem muss er die Gerichtskosten von 3000 Franken tragen.

Bundesgericht, Urteil vom 5. März 2024 (9C_745/2023)

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