Eine 19-Jährige studierte im Jahr 2016 in den USA. Ihre Mutter übernahm einen Teil der Ausbildungskosten von knapp 35000 Franken. Dann machte sie in ihrer Steuererklärung Steuererklärung Das können Sie abziehen den Kinderabzug (damals 6500 Franken) und den Kinder-Versicherungsabzug geltend – und wollte zum günstigeren Einelterntarif besteuert werden.

Doch das Berner Steueramt verweigerte all das. Die Zahlungen der Mutter an die Tochter waren zwar unbestritten. Und die Mutter berief sich darauf, sie habe die Ausbildung der Tochter «in Erfüllung meiner zivilrechtlichen Unterhaltspflicht finanziert».

Das genüge jedoch nicht, entschied nun das Bundesgericht. Die Tochter hatte damals zwar kein steuerbares Einkommen, aber ein Vermögen von rund 237'000 Franken, das ihr überwiegend ihr Vater kurz vorher geschenkt hatte. Die Mutter hatte rund drei Millionen Franken Vermögen und lebte von den Erträgen.

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Für den Kinderabzug sei Voraussetzung, dass «das mündige Kind auf den Unterhaltsbeitrag angewiesen ist», befand das Gericht. Das sei hier nicht der Fall. Es sei zumutbar, dass die Tochter Ausbildung und Lebensunterhalt aus ihrem eigenen Vermögen finanziere.

Ohne Kinderabzug ist aber auch der Einelterntarif nicht möglich. Deshalb verlor die Mutter auf der ganzen Linie.

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Für minderjährige Kinder – oder für volljährige, deren berufliche Erstausbildung von den Eltern finanziert wird – gilt ein Steuerabzug. Beobachter-Abonnenten erfahren im Merkblatt «Steuern Kinderabzug» wie hoch dieser in ihrem Wohnkanton ist und welche Bestimmungen hierfür vorgesehen sind.

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