Das Bezirksgericht Hinwil ZH verurteilt einen Mann wegen einfacher Körperverletzung, Entführung und Freiheitsberaubung zu 29 Monaten Haft. Er war Teil einer Gruppe, die den angeblichen Nebenbuhler eines Freundes abgepasst und in ein Auto gezwungen hatte. Sie brachten ihn an einen Ort, wo sie ihn im Lauf des Abends mit Kricketschlägern und Fäusten traktierten und zu erniedrigenden Handlungen zwangen. So musste er etwa nackt Kniebeugen machen und die Zehen der Beschuldigten lutschen. Erst um vier Uhr morgens liessen sie von ihm ab.

Partnerinhalte
 
 
 
 

Der Beschuldigte wehrt sich vor dem Obergericht Zürich. Ohne Erfolg: Es bestätigt den Schuldspruch und verurteilt ihn zu 24 Monaten Haft. Er zieht die Sache vor das Bundesgericht und verlangt einen Freispruch. Sein Argument: Das Verfahren vor dem Obergericht sei nicht rechtskonform gewesen, da die Staatsanwaltschaft nicht erschienen sei.

Das Bundesgericht gibt ihm recht. Da die Staatsanwaltschaft vor erster und zweiter Instanz eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr verlangte, hätte sie an der Verhandlung teilnehmen müssen. Das sei Ausdruck des Anspruchs auf ein faires Verfahren und solle die sogenannte Waffengleichheit zwischen der anklagenden Staatsanwaltschaft und dem Beschuldigten gewährleisten. Das Obergericht muss die Sache neu beurteilen.

Bundesgericht, Urteil vom 28. November 2025 (7B_1341/2024)

Rechtsratgeber
Mehr zu Gerichtsinstanzen

Wenn es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommt, verlieren juristische Laien schnell den Überblick, welche Behörden und gerichtlichen Instanzen für ihren Fall zuständig sind. Beobachter-Abonnentinnen und ‑Abonnenten erhalten hierzu einen praktischen Überblick und erfahren ausserdem, woran man allgemein denken sollte, bevor man sich auf einen Rechtsstreit einlässt.

Beratung für Beobachter-Abonnenten

Berichten, beraten, bewegen Der Beobachter in neuem Design Ein Heft, das bewegt und inspiriert : Das macht den Beobachter aus. Wer ein Jahresabo besitzt – digital oder Print –, erhält Zugang zur kostenlosen Rechtsberatung, die von über 30 Fachexpertinnen und Fachexperten geleistet wird. Ein einmaliges Angebot in der Schweizer Medienlandschaft.

Mehr zum Beratungsangebot

Weitere Gerichtsurteile
Mit Luxusautos dealen ist kein Hobby
Tieferer Steuersatz für den Pfarrerssohn
Keine Hochzeit für Drogendealer
Mammutbaum im Nachbargarten darf bleiben
Geburtsgebrechen – IV muss Zahn­behandlung zahlen
Opfer einer Schändung – Einvernahme geht auch ohne Beschuldigte
Haus stand zu lange leer für den Steueraufschub
Für Bequemlichkeit gibt es keinen Steuerabzug
Befragte ändert Aussage – aber Schuldspruch gilt trotzdem
Eine fristlose Kündigung braucht gute Gründe
Abfallcontainer dürfen draussen bleiben
Treffen mit Gangstern – kein Taggeld nach Unfall
Ein Schafskopf im Milchkasten ist strafbar
Polizist erhält Geld für verpassten Feriengenuss
Telefonieren mit dem Anwalt muss erlaubt sein
Kein Steuerabzug vor Wegzug ins Ausland
Shop am Bahnhof muss sonntags schliessen
Polizei darf Handycode nicht einfach verlangen
Nachbarn müssen nicht gegen Nachbarn klagen
Wutentbrannter Velofahrer zofft sich mit Bus-Chauffeur
So wird man plötzlich zum Immobilienhändler
Fristlos entlassen: Welches Datum gehört ins Arbeitszeugnis?
Autobahn-Videos gelten als Beweis
Steife Finger nach Operation – Arzt strafbar?
Pflichtverteidiger kann nicht einfach abhauen
Kein Steuerabzug für Zahlungen an die Ex-Partnerin
Freundin bedroht: Strafe auch ohne Antrag
Keine Gebühren ohne Gesetz
Gewalttätiger Anwalt verliert Bewilligung
Krankenkasse darf freie Arztwahl einschränken
77-Jährige bekommt Unterhalt von Ex-Mann
Witwe muss Unterhalt an Ex-Frau des Mannes zahlen
Brüsk gebremst – fix gebüsst
Witwe wird zum Auszug gezwungen
Abtreibung ist Sache der Mutter
Kurtaxe trotz Behinderung zahlen
Nach Scheidung: Sperrfrist für Einkauf in PK gilt nicht
Kündigung ist trotz Krankheit möglich
Eine Spritzfahrt wird teuer
Uneheliches Kind erbt nichts
Wohnung steht leer – aber Eigenmietwert muss man versteuern
Steuern: Frist nur mit Arztzeugnis verlängern
Bauer mit Schrotflinte: Keine Notwehr
Sexuelle Belästigung – Verdacht reicht für Kündigung
Bestatter muss kurze Gräber akzeptieren
Kein Recht auf Sex im Gefängnis
Versicherung von Steuern abziehen
Sexualstraftäter darf nicht in den Ausgang
Raser erwischt – Sohn kommt in Haft
Keine Liege am Pool: Geld zurück
Tochter zu reich: Kein Kinderabzug
Wann ist ein Saft ein Saft?
Kein halber Kinderabzug für Teilzeit-Papi
Ein spanisches Schwein vor Schweizer Gericht
Frau muss die Steuern ihres Mannes zahlen
Achtung bei Betreibung: Screenshot reicht nicht als Beweis
Gericht glaubt nicht, dass Millionär umgezogen ist
Maske verweigert – fristlos gekündigt
Plötzlich wollte er das Land verschenken statt verkaufen
Handy am Ohr – Autofahrer muss zahlen
Fussballer muss hier Steuern zahlen
Millionär darf nicht auf Geld zugreifen
Dieser Steuertrick ging schief
Gefangen im Krankenbett
Kein Abzug für Umbaukosten
Rassismus am Arbeitsplatz
Teure Hauswartin wird gestoppt
Sachbeschädigung aus «ehrbaren» Gründen?
Unterhalt zahlen – trotz Satanismus-Vorwürfen
Ferien als Zuschlag auszahlen
Kein Recht auf Kontakt zu den Enkelkindern
Bundesgericht streicht Abzüge für Alimente